Geschichte und Moderne


Die Gemeinde Bordesholm liegt als Unterzentrum zwischen den Städten Kiel (20 km) und Neumünster (12 km). Der Ort ist günstig zu erreichen über die Autobahn A 7 - Hamburg - Flensburg - Bordesholmer Dreieck mit Abzweigung nach Kiel und an der L 318, ehem. Bundesstraße 4.

Bahn- und Busstation der Strecke Hamburg-Kiel. Gute Straßenverbindungen über Nortorf nach Westen und über die B 404 (Nettelsee) nach Ostholstein und weiter nach Mecklenburg-Vorpommern und der A 24 nach Berlin.

Wirtschaftliches Zentrum in Bahnhofsnähe mit verkehrsberuhigter Zone. Neue Gewerbegebiete mit Ansiedlung von Betrieben und Freizeitparks an der Bahn und im Bereich Moorweg. Weitere Geschäfte und Betriebe westlich der Kieler Straße und in Alt-Bordesholm. 

Leistungsfähige selbständige Versorgungsbetriebe für Wasser, Gas, Breitbandanschlüsse und Strom. Alternative, umweltfreundliche Energien mit Fernwärme und Blockheizkraftwerken. Förderung der Agenda 21 mit besonderen Aktionen zur Schonung und Kultivierung von Natur und Umwelt. Enge Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, besonders im Schulverband Bordesholm und im Abwasserzweckverband Bordesholmer Land. Enge Kontakte mit Freundschafts- und Förderaktionen für die Partnergemeinde Kekava in Lettland, Austausch von Praktikanten/innen, gegenseitige Besuche von Gruppen und Einzelpersonen und vieles mehr.

Bordesholm verfügt über gute Einkaufsmöglichkeiten durch Fachgeschäfte, Lebensmittel- und Baumärkte. Leistungsfähige Handwerksbetriebe, Großhandels- und Dienstleistungsunternehmen. Überregional tätige Bordesholmer Sparkasse von 1845 und Zweigstelle der Volksbank Neumünster.

Mehrere Ärzte der verschiedenen Fachbereiche, Zahnärzte, 3 Apotheken, Praxen für Krankengymnastik, Sozialstation mit div. Dienstleistungen im gesundheitlichen und sozialen Bereich, Rettungsdienst und Zweigstelle des Kreisgesundheitsamtes. Klosterstift des Landesvereins für Innere Mission mit modernen Abteilungen der Alten- und Krankenpflege. Seniorenbeirat der Gemeinde mit eigenem Programm für Beratung, Unterhaltung und Freizeit. Schulverband mit Grundschulen in Bordesholm, Wattenbek und Brügge, Hauptschule und Hans-Brüggemann-Realschule. Schleswig-Holsteinische Verwaltungsschule (Verwaltungsakademie) mit gelegentlichen Ausstellungen, Volkshochschule, gut ausgestattete Gemeindebücherei.

Vielseitige Sportstätten, Hallen, Gemeinschaftsräume und Anlagen von Vereinen aller Art. TSV Bordesholm mit Stadion und Jugendzentrum, Tennisclub, Kegelhalle des Vereins Bordesholmer Sportkegler, Segelverein mit eigener Anlage, Angelverein, Liedertafel mit Männerchor und Schützen-Abt., Jugendtreff mit offener Jugendarbeit, weitere Vereine mit einem vielseitigen Angebot. Freibadeanstalt (im Sommer), 2 kommunale und 1 ev. Kindergarten (Christuskirche) sowie weitere Kindergruppen in Elterninitiative.

Kulturelle Einrichtungen: Galerien, Kleinkunstbühne, Savoy-Kino (Filme und Theater), Räume für Ausstellungen, Vorträge und Konzerte. Historisches Klostergewölbe mit archäologischen Funden (Museum) der Gemeinde und Heimatstube mit Archiv und Ausstellungsräumen des Kultur- und Verschönerungsvereins im Alten Amtshaus (Klosterstift) am Lindenplatz.

Spielort des SH-Musik-Festivals sowie weiterer Veranstaltungen wie Freilichtaufführungen und seit über 25 Jahren ein Weihnachtsmarkt. Der Raum Bordesholm ist ein vielbesuchtes Ziel von Tagesausflüglern und Feriengästen in Hotels und Privatunterkünften. Mit einem eigenen Tourismusverein gehört Bordesholm am Rande des Naturparks Westensee zum Tourismusverband Mittelholstein.

Ausgeschilderter Kulturwanderweg mit 13 Stationen auf der Klosterinsel zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wanderwege um den Bordesholmer See mit Wildhof, Eckholm und in die Nachbarschaft.

Eine frühere Ziegelmauer mit Turm aus der Zeit der Lateinschule und einem Gang aus der Zeit des Chorherrenstifts wurde am Seeufer im südlichen Bereich des heutigen Klosterstifts freigelegt und umfassend restauriert. Eine Auswahl der dort geborgenen Funde werden im Klostergewölbe präsentiert.

Historische Bauten sind u. a. die gotische Klosterkirche mit verschiedenen Grabdenkmälern (Bronze-Kenotaph), Chorgestühl, Kapellen, Barockaltar, Grüften u. a. sowie das frühere Amtshaus, das Alte Kreishaus, die Alte Post, das Pastorat und das Bürgerhaus an der Wildhofstraße (Begegnungsstätte von Gruppen und Vereinen) und weitere Häuser in diesem Bereich. Lindenplatz mit der historischen ca. 650jährigen Linde.

Das Bordesholmer Gebiet am Rande von Seen und dem Eidertal war schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit von Bauern, Fischern und Jägern besiedelt. Es lassen sich hier menschliche und kulturelle Spuren bis in die Alt-Steinzeit (9000 v. Chr.) nachweisen. Wertvolle Funde aus der Bronzezeit (1700-600 v. Chr.) zeugen von einer hohen Kultur und den beachtlichen handwerklichen Fähigkeiten der Eingesessenen. Der Brautberg (ca. 1600 v. Chr.) ist ein historischer Grabhügel. Der daneben liegende große Urnenfriedhof wurde ab ca. 600 vor bis ca. 600 n.Chr. belegt (rund 6000 Urnen).

Der Eintritt Bordesholms in die jüngere Geschichte erfolgte um 1330 mit dem Umzug des 1127 von Bischof Vicelin († 1154) gegründeten Augustiner Chorherrenstifts von Neumünster auf eine Insel im damaligen Eidersteder See. Am Rande (Bord) der durch 3 Dämme landfest gemachten Insel (Holm) entwickelte sich fortan der Ort Bordesholm.

Das Kloster war kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region zwischen Kiel und Neumünster sowie Teilen der Wilstermarsch. In der Hand der Chorherren lagen alle verwaltungsmäßigen, kirchlichen und schulischen Aufgaben. Bekannt ist das mittelalterliche Spiel "Die Bordesholmer Marienklage" als Beitrag zur dramatischen Literatur. Der im Auftrag der Chorherren von Hans Brüggemann geschaffene Bordesholmer Altar von 1521 wurde im Jahre 1666 in den Schleswiger Dom überführt.

Im Zuge der Reformation ist das Bordesholmer Chorherrenstift im Jahre 1566 unter Herzog Hans d.A. (Johann) geschlossen worden. Es entstand das Amt Bordesholm. In den Klosterräumen verblieb bis 1665 eine Lateinschule. Sie wurde mit Gründung der Kieler Universität (1665) durch Herzog Christian Albrecht geschlossen. Die Reste der Klosterbibliothek mit kostbaren Handschriften und Frühdrucken wurden nach Kiel überführt. Sie bilden dort bis heute den Grundbestand der Universitätsbibliothek.

Das herzoglich-gottorpsche Amt Bordesholm (1566-1773) umfasste rund 27 Dörfer und Gutsbezirke sowie die Vogtei Sachsenbande in der Wilstermarsch. Zeitweise wurden die Ämter Bordesholm, Kiel und Kronshagen gemeinsam von Bordesholm aus von einem Amtmann verwaltet.

Von 1773 bis 1864 stand das Gebiet unter königlich-dänischer Verwaltung. Nach Einverleibung der Herzogtümer Schleswig und Holstein durch Preußen im Januar 1867 entstand mit weiteren Kreisen der Landkreis Kiel (ab 1907 Landkreis Bordesholm). Nach dessen Auflösung im Jahre 1932 kam das aufgeteilte Gebiet um Bordesholm zum Kreis Rendsburg und 1970 zu Rendsburg-Eckernförde.

Im Städtedreieck Rendsburg - Kiel - Neumünster konnte der historische Ort Bordesholm in reizvoller Lage bis heute seine individuelle Eigenständigkeit bewahren. Es verbinden sich hier alte Traditionen mit einem maßvollen und menschenfreundlichen Fortschritt.

Paul Steffen